Managergehälter beschränken!

Immer mehr Unternehmen nehmen momentan Kurzarbeit in Anspruch. Das heißt, dass ArbeitnehmerInnen nicht entlassen werden, die Kosten für das Unternehmen aber sinken, da der Staat etwas kleinere Zuschüsse zum Lohn zahlt. Banken werden momentan durch ein 100 Milliarden Bankenspritze (ohne nennenswerte Bedingungen, oder Teilverstaatlichungen) durchgefüttert. Der Chef der verstaatlichten Betriebe, Peter Michaelis, verdient 720.000 € im Jahr. EinE “DurchschnittsösterreicherIn” müsste ca. 30 Jahre für dieses Gehalt arbeiten. Dabei ist Michaelis Staatsangestellter. Für das Gehalt des ÖBB Chefs ca. 28 Jahre und für den AUA-Chef müsste man 18 Jahre arbeiten. Ob diese Herren wirklich ach so gut und erfolgreich sind, sei einmal dahingestellt. Ideal wäre:

1) Die Managergehälter in den staatsnahen Betrieben (ÖBB, ORF, VÖST, Post, AUA, Asfinag etc.) müssen begrenzt werden - Als ersten Schritt maximal auf das Gehalt des Bundeskanzlers (280.000 pro Jahr, auch wenn das im Vergleich noch viel zu viel ist).

2) Die Konzerne, die Kurzarbeit anmelden bzw. Staatshilfe wollen, die Banken, die mit Steuergeld gestützt werden müssen ebenfalls eine Einkommensobergrenze der Vorstandsgehälter einführen. Z.B. bei 30.000 € im Jahr. Denn der Staat hilft ja schließlich, dass der Konzern überlebt und damit die Jobs gesichert werden - auch der des/der ManagerIn. Alles andere ist Obszön.

17 Responses to “Managergehälter beschränken!”

  1. Herwig Burger schreibt:

    Sehr geehrter Herr Schmid, ich lese ab uns zu Ihre Homepage und muss sagen, dass ich glücklich bin, dass es Leute wie Sie gibt in der Politik, die ehrlich aussprechen, was Sie sich denken und die sich auch trauen etwas anderes als Ihre Partei zu sagen. Ich wünsche Ihnen viel Glück weiters.

  2. Sebastian schreibt:

    Kein Manager arbeitet für 30.000 Euro im Jahr. Das zu verlangen ist Blödsinn und zu behaupten, das sei realistisch, ist ziemlich dummer Populismus.
    Das ist schade, denn gerade in Kärnten gäb es großen Bedarf an vernünftigen Grünen. So sind die Grünen dort leider eine weitere, dumm-populistische Partei.

  3. Julian Schmid schreibt:

    Lieber Sebastian, Warum nicht? Ich finde nicht, dass es in Ordnung geht, dass ein Unternehmen, welches um Staatshilfe ansucht keinerlei Reglementierungen in Kauf nehmen muss. Wenn Angestellte in Kurzarbeit geschickt werden, verdienen sie um ein ganzes Eck weniger. Warum sollte dann der Vorstand weiter so gut verdienen wie bisher, und das mit Steuergeld finanziert? Da lasse ich mich 100x einen Populisten schimpfen und ich werde es trotzdem als ungerecht empfinden. Ich finde es übrigens schade und äußerst elitär, dass du Angestellte mit diesem Ungerechtigkeitsgefühl im Bauch lieber zu Rechtsextremen treibst, als dass du wenigstens für ein Symbol des Ausgleichs sorgst. Was da jetzt “dümmer” ist, kannst du dir selbst überlegen.

  4. anonym schreibt:

    Kärnten ist doof!
    Sebastian stör dich nicht dran, Kärnten ist ein wenig doof. Übrigens streut der Julian bewußt rhetorische Unwahrheiten oder er hat noch nicht gecheckt, daß im gegebenen Fall (sobald die 100 Millarden schlagend würden) es sowieso vorbei wäre. Dann kriegst für 5 Millarden € auch nur noch ein Butterbrot. Ein kurzer Blick in die Geschichte genügt oder nach Simbabwe.
    Eine Frage hätte ich noch Julian. Hast du je aus den Medien den Satz vernommen “Einige Finanzprodukte sind fehlerhaft oder moralisch verwerflich - wir müssen sie deshalb verbieten?”.

  5. Lisa Maria schreibt:

    Ich finde gut was Julian sagt! Warum sollten die nicht mehr arbeiten, wenn gleichzeitig ihre Betriebe mit öffentlichen Geldern gerettet werden??

  6. Julian Schmid schreibt:

    @anonym (Wenn du schon gerne Anonym bleiben willst, aber ich vermute mal du bist ein Kampfposter von einer Partei - Naja Wahlkampf ist..) Ich finde das lustig:-) Wo bitte sind denn meine “rethorischen Unwahrheiten”? wenn du sowas sagst musst du schon Beispiele nennen. Das tut man nämlich beim politischen Argumentieren.
    Das Argument “die Angestellten werden zwar weniger verdienen, aber die Manager müssen unbedingt mit dem gleichen Luxus-Gehalt wie bisher vom Staat durchgefüttert werden” ist kein sonderlich fundiertes Argument;-)

  7. MARKUS schreibt:

    Yeah Julian, go go go! Es gibt halt leider noch immer genug Leute die sich auch in diesen Zeiten hinter unsere ach so fähigen Manager stellen, wie die üblichen neoliberalen Einträge da oben zeigen. Ein anderes Kärnten ist möglich! :)

  8. anonym schreibt:

    @Sorry mein Freund so billig kommst du mir nicht davon. Ok, ich hätte schon gern ne Antwort auf meine Frage sonst bleib ich dabei, daß du genauso auf der billigen Populismusschiene fährst wie alle anderen in Kärnten, was ja im Grunde vollkommen ok ist.

  9. Julian Schmid schreibt:

    @anonym, also zuerst mal solltest du deinen Umgangston mit mir und den anderen Blog LeserInnen etwas mäßigen, vorher brauch ich mit einem Partei-Kampfposter nicht unbedingt weiterdiskutieren, da hab ich momentan wichtigeres zu tun.

    Deine “Frage” ist übriegens keine Frage, deshalb habe ich auch noch nicht darauf geantwortet. Ob ich diesen Satz vernommen habe, ja wahrscheinlich schon ja. Aber du solltest deine “Frage” zuerstmal genauer formulieren, dann antworte ich gerne. PS: Liebe Grüße an die anderen die Presseabteilung deiner Partei;-)

  10. anonym schreibt:

    Naja, ein angehender Politiker sollte schon was aushalten können, auch wenn die Gegenargumente nicht in sein Weltbild passen, aber das ist gar nicht Sinn und Zweck der Übung.
    Meine Frage war im übrigen ob du es für möglich erachtest, daß diverse Finanzprodukte (Derivate, Zertifikate usw.) vom Markt verschwinden weil sie einfach gesagt “weapons of mass destruction” sind?

  11. Lukas schreibt:

    Bin klar dagegen.

    1. Niemand braucht denken, dass jene Herren ein nettes Leben mit Beruf, Familie und Freunde führen können. Als ein Argument: Möchte nicht wissen wieviele Managerkinder entführt worden sind und möchte auch nicht wissen wieviele nach ihrer Berufsausübung angeklagt wurden. In Spitzenpositionen kommt niemand, der für den Job nicht geschaffen ist.

    2. Und zweitens möchte ich nicht wissen, wie unser Staat aussieht, wenn jeder Normalbürger das Geld auftreiben kann, um jemanden in einer solchen Position zu bestechen. Das Argument “das Gehalt wäre hinterher immer noch hoch genug” erachte ich für nichtig, da wir keinen Einblick in die Korruptionsgeschäfte auf dieser Ebene haben. Ich zumindest nicht.

    Halte das Gehalt durchaus für begründet.

  12. Julian Schmid schreibt:

    @anonym: Wenn es Argumente sind gehe ich gerne auf alles ein. Wenn es reine Polemik ist, dann nicht. Aber ich denke mal, du kannst dich da auch verändern. Zur Frage: Klar kann ich mir das vorstellen. Wenn dann muss sowas natürlich international, oder wenigstens im EU-Raum passieren. Derivate sind hochkomplexe Finanzgebilde, die vor allem aufgrund ihrer Hebelwirkung extrem spekulative Produkte (Stichwort AUA-Treibstoff) sind wo z.B. auch Stephan Schulmeister vom WIFO sagt, dass sie verboten gehören, da kann ich mich auch anschließen. Weiters sollte eine Finanztransaktionssteuer eingeführt werden, um große spekulative Finanztransaktionen zu minimieren. Drittes hat Deutschland mit dem 1. Jänner eine Aktien-Erlössteuer eingeführt, die 2 Zwecke Erfüllt: Einerseits bezieht sie Vermögen erstmals wirklich in das Steuereinkommen ein und andererseits reduziert so eine Steuer auch hochspekulative Aktiengeschäfte. Österreich sollte da nachziehen und solch eine Steuer ebenfalls einführen.

    @Lukas: Klar, aber sie haben sich dieses Leben auch ausgesucht. Wenn man einen Top-Manager ist, ist das mit einigen Strapazen verbunden, aber wenn man die Manager fragt “Willst du lieber wieder im Verkauf deiner Produkte mit dem Gabelstapler fahren?” dann wollen doch die meisten Manager bleiben, weil ihnen die Arbeit auch bis zu einem gewissen Grad spaß macht. Das ist jetzt bitte nicht zu verallgemeinern, es gibt überall Gegenbeispiele und Beispiele wo das sehr zutrifft. Ich bin nur keiner der einen Manager, dessen Gehalt beschnitten wird, mehr bemitleidet, als seine Angestellte, der das gleiche passiert. wenn die Löhne der Angestellten geringer werden, sind das “Auswirkungen der Wirtschaftskrise” und wenn das bei Managern der Fall ist, dann ist das “Populismus” oder gemein. Das mit den entführten Kindern, würde ich nicht als Grundgefahr des Managertums sehen, weil die meisten Kinder werden Müttern von den eigenen Vätern entführt und da würde auch niemand her kommen und jetzt sagen: “Wir müssen den Müttern mehr bezahlen”. Nur als kleines Beispiel. Und du sagst auch ganz richtig in Spitzenpositionen sind Leute, die eher für den Job geschaffen sind (hoffentlich) und daher ist es auch oft etwas was gern gemacht wird. Ich bin ja nicht “gegen” Manager, sondern nur dagegen, dass Staatshilfe aus Steuergeldern gegeben wird, womit den Angestellten nur mehr 60% und den Managern der volle Lohn weiterbezahlt wird. Das ist ungerecht und für die Angestellten frustrierend und nicht die Aufgabe des Staates.

    Findest du übrigens, dass PolitikerInnen im Nationalrat (die verdienen glaub ich 4500€ Netto) das Gehalt sehr stark erhöht werden soll, damit sie kein “Normalbürger” bestechen kann?

  13. anonym schreibt:

    @julian, Also bis jetzt wurde noch keine sogenannte “Börsenumsatzsteuer” eingeführt und ich halte es für ziemlich unwahrscheinlich, daß eine solche kommen wird. Zu stark sind die Interessenkonflikte und ich spreche hier nur von Deutschland. Die Kapitalflucht wäre zu groß und die Angst langfristig ins Hintertreffen zu geraten sitzt diversen Politikern sicherlich zu tief in den Knien. Übrigens kannst du bereits seit geraumer Zeit deine Gewinne/Verluste geltend machen, zumindest in Deutschland.
    Außerdem vergißt man bei der gesamten Diskussion die Rolle der Zentralbanken und natürlich die Generalbanken, Investmentbanken, falls sich wirklich etwas ändern sollte wäre es jetzt an der Zeit die Fiktion der Geldschöpfung zu hinterfragen nur darüber gibt es vielleicht mal eine kurze Minimeldung in den einschlägigen Medien.

  14. Lukas schreibt:

    @Julian-Nationalrat: Ich denke eine Managerposition (welche evtl. totalitär geführt werden kann) ist mit einer Nationalratsposition (die demokrat. Bedeutung hat) nicht so leicht vergleichbar. Aber wenn du so fragst, würde ich wohl mit Ja antworten und ins Grübeln kommen. Hast schon Recht. Die meisten würden Sturm laufen und die Regierung zum Wackeln bringen, wenn die Gehälter erhöht werden. Keine leichte Situation. Aber ich persönlich bleibe bei meiner Meinung. Niemand ist spaßhalber Manager und niemand ist spaßhalber im Nationalrat. Deshalb wäre das Gehalt hoch aber zweckgemäß.

  15. Peter schreibt:

    @Julian
    Wollte nur mal allgemein fragen ob du wirklich 30.000€
    und wohl nicht eher 300.000€ als Gehaltobergrenze vorgeschlagen hast bzw. vorschlagen willst?
    LG Peter

    PS.: Mit einem Jahresgehalt von 30.000€ würde ein Manager, laut Armutsrechner der Grünen (!), dann immerhin in der leicht armutsgefährdeten Zone.

  16. Julian Schmid schreibt:

    Lieber Peter, das ist natürlich nur ein Diskussionsvorschlag meinerseits. 30.000 € werden’s sicher nicht werden, sondern eher 300.000 ca. in der Höhe des Gehaltes des Bundeskanzlers. aber alleine, wenn schon irgendeine Mäßigung und obergrenze da wäre, wäre ich schon froh.

  17. Sebastian schreibt:

    Ich erwarte von den Grünen, dass sie Niveau behalten. Wenn du (Julian) denkst, dass die Grünen eine Arbeiterpartei sind, die der FPÖ Stimmen weg nehmen, dann empfehle ich dir, die grünen Wähler/innen-Studien zu lesen. Die Grünen wissen eigentlich recht gut, wen sie ansprechen.

    Manager - ob man das will oder nicht - arbeiten (meist) sehr viel und intensiv (da gibts wenige “gemütliche” Nachmittage, an denen eh nicht viel los ist) und haben große Verantwortung. Klar - die kann missbraucht werden, die Entscheidungen können schlecht getroffen werden, etc.
    Aber setz halt einen Arbeiter an die Spitze des Unternehmens, und es wird nach einem Jahr in Konkurs gegangen sein.

    ABER: Zurück zum Thema: Ich erwarte mir von den Grünen eine niveauvolle Diskussion, mit realistischen Zielen und *Argumenten*.

    Leider ist das seit einigen Monaten nicht mehr möglich. Das Wahlergebnis in Kärnten ist der grünen Parteibasis (dort und anderswo) hoffentlich ein Zeichen, dass der aktuelle Kurs ein grandioser Fehlschlag war.

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