Industriellen-Vereinigung will keine Steuern mehr zahlen. Sie fordert “Gratis Stiftungen” und dem Kanzler gefällt’s
Wer reich ist, hat’s gut in Österreich. Wer ein kleines oder mittleres Einkommen hat, bezahlt hohe Steuern, wer reich ist, legt sein Geld in „Stiftungen“ an und zahlt winzige Steuern. Weit verbreitet ist die Meinung, bei Stiftungen handle es sich um etwas Wohltätiges. Ein fataler Irrtum: Das Gegenteil ist der Fall! Stiftungen sind eine Möglichkeit für Reiche, ihr (großes) Vermögen sehr Steuer-schohnend anzulegen. Laut einer jüngsten offiziellen Bilanz (der Graubereich ist wegen dem Bankgeheimnis groß) sind in den mittlerweile 3.200 Privatstiftungen rund 60 Milliarden Euro in Österreich eingerichtet. Wenn jemand sein Vermögen in eine Privat-Stiftung gibt, zahlt er/sie nur einmal 5% Eingangsbesteuerung. Ab da nichts mehr. Das ist der Mitgrund dafür, dass sich Superreiche in Österreich immer mehr von der Finanzierung des Sozialsystems verabschieden. Für Bildung, Pensionen, Gesundheit, öffentliche Dienste
und Pflege kommen immer mehr nur diejenigen auf, die nicht reich sind. Sprich: Die Ärmeren und der Mittelstand können sich das Sozialsystem allein finanzieren. Kein Wunder, dass das Budget immer kleiner wird und immer mehr und immer brutaler gespart werden muss.
Alle weithin bekannten österreichischen Milliardäre wie Prinzhorn (FPÖ), Bartenstein (ÖVP), Androsch (SPÖ), Haselsteiner (LIF), Wlaschek, Stronach, Meinl, Palmers, Lugner, Swarovski, Esterhazy, Porsche-Piech usw. haben ihr Vermögen steuerschonend in Privatstiftungen angelegt und sind damit vor der Steuerleistung „stiften“ gegangen.
Heute hat der Chef der „Industriellenvereinigung“ Veit Sorger gefordert, auch noch die winzigen 5% Eingangsbesteuerung wegfallen zu lassen. Damit würde Österreich internaional endgültig zum 0%-Steuerparadies für Vermögen werden und auch alle anderen Länder im Reichen-Besteuerungs- Wettlauf Richtung 0% mitreisen. Dass es den Industriellen gefallen würde, keine Steuern mehr zahlen zu müssen, und sich endgültig ganz solidarisch zu verabschieden, ist mir schon klar. Das Problem bei der Industriellenvereinigung ist nur: Sie bekommt bei dieser Regierung alles durch was sie will. Der Wegfall der Reichen-Erbschafts- und Schenkungssteuer und des Kündigungsschutzes für Lehrlinge und längere Ladenöffnungszeiten sind nur ein paar Beispiele davon.
ÖVP-Vizekanzler Molterer findet die Idee von Veit Sorger übrigens sehr überlegenswert. SPÖ-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer soll laut Ö1-Mittagsjournal überhaupt schon zugestimmt haben. „Reiche Ade! Es hat uns sehr gefreut…“


Das Klagenfurter Wasser-Netz ist seit Dezember 2006 privatisiert und gehört dem transnationalen „Veolia“-Konzern (früher Vivendi). Veolia ist der zweitgrößte weltweite Wasser-Konzern hinter Nestle. Ab jetzt zählt nicht mehr die best-mögliche Versorgung für alle Menschen, sondern allein der größte Profit für „Veolia“.