Das Klagenfurter Wasser-Netz ist seit Dezember 2006 privatisiert und gehört dem transnationalen „Veolia“-Konzern (früher Vivendi). Veolia ist der zweitgrößte weltweite Wasser-Konzern hinter Nestle. Ab jetzt zählt nicht mehr die best-mögliche Versorgung für alle Menschen, sondern allein der größte Profit für „Veolia“.
Klar ist: Es ist zwar „nur“ das Wasserleitungs-Netz privatisiert worden nicht das Wasser, aber ebenso klar ist, dass jemand, der darüber bestimmt ob und wohin und wie viel Wasser fließt, sehr viel in der Hand hat. Damit ist die Klagenfurter Bevölkerung die erste in Österreich, deren Wasser(versorgung) nur noch wenigen gehört. Es ist eine weltweite neoliberale Entwicklung, die speziell von der WTO (GATS) und EU-Kommision betrieben wird. Immer mehr Städte und Länder machen einen Ausverkauf ihrer öffentlichen Daseinsgrundlagen (Bildung, Mobilität, Müllentsorgung, Gesundheitssystem, Strom, Wasser etc.) an private Profiteure, um kurz und schnell Geld zu bekommen.
In Berlin und Großbritannien haben sich nach der Veolia-Wassernetz-Privatisierung längerfristig die Wasserpreise mehr als verdoppelt und die Konzerne weigern sich kaputte Rohre zu reparieren, wodurch viele Menschen dort keinen Zugang zu Wasser mehr haben (Ein guter Film zum Thema: „Wasser unter’m Hammer“)
Speziell die ärmeren Gebiete in den Städten, und noch spezieller die Menschen, die in höheren Stockwerken leben haben teilweise von einem Tag auf den anderen keinen Tropfen Wasser mehr im Wasserhahn. In London und Berlin weigert sich Veolia kaputte Rohre zu reparieren und vergrößert lieber den Wasserdruck durch die Rohre, weil das dem Konzern billiger kommt. Aus diesem Grund versiegen täglich Tausende Kubikmeter Wasser in der Erde unter der Stadt. Das ist wirtschaftlich – Im Sinne vom Veolia-Konzern, aber ob das wirklich langfristig wirtschaftlich für die Menschen ist, ist eine andere Frage.
Und durch den, in Summe, immer geringeren Wasserdruck durch die kaputten Rohre leiden eben die Menschen in den Hochhäusern in Außenbezirken, die meist nicht gerade die gesellschaftliche Finanz-Elite darstellen.
Klar ist auch, dass Veolia durch das privatisierte Wassernetz einen Fuß in der Tür hat, wenn es um die Privatisierung unseres Wassers geht. Momentan scheint es für uns noch undenkbar, aber wenn Haider mit seiner Verschuldungspolitik weitermacht (1,9 Milliarden Euro schulden, seit 2005 um eine Milliarde gestiegen) und Bürgermeister Scheucher in Klagenfurt, trotz Verschuldung mit seinen irrationalen Großprojekten (Übertrieben teures EM-Stadion um 70 Millionen Euro, Gaskraftwerk, Park-Betonierungen, Wörthersee -Ostbuchtbetonierungen usw.) weitermacht, werden sie irgendwann gezwungen sein, das zu verkaufen, was global immer wertvoller wird und was Kärnten reichlich hat: Das Wasser.
Scheucher redet zwar davon, dass es nur linkslinke Umsturzpläne von uns Grünen sind, aber ich sage: Die Wasserversorgung muss um jeden Preis für diese und für künftige Generationen öffentlich und leistbar für alle bleiben! Das der ergraute Bürgermeister Scheucher nicht mehr viel schlechtes damit erleben wird ist mir schon klar, aber ich will nicht, dass meine Generation diese Fehler ausbaden muss. Wasser ist kein Profitgut sondern eine Lebensgrundlage. Deshalb ist Wasser Menschenrecht!