Vergesst die „Bio-Sprit“ Lüge! Die Wahrheit über Agro-Lobbies.
Leider gibt es speziell in Zeiten des Klimawandels einige Profiteure und starke Lobbies, die aus der prekären Situation Geld schlagen wollen. Geld mit Psoidolösungen. Wir alle kennen die Atom-Lobby, die international und in der EU immer mehr Möglichkeiten wittert sich als die tolle Alternative gegen den Klimawandel darzustellen. Jetzt kommt aber immer mehr ein anderes Lobby-Phänomen dazu: Der Bio-Sprit, oder besser – Agrosprit. Der soll zu Benzin hinzugemengt werden, um nicht so abhängig zu sein von Fossilen Energieträgern. Konkret in Deutschland ist unter der Rot-Grünen Regierung ein Gesetz (Biokraftstoffquotengesetz) beschlossen worden, dass ein gewisser Anteil an „Biosprit“ verwendet werden muss. Aber Ein Hektar Getreide reicht, um ein Jahr lang entweder 18 Menschen zu ernähren oder ein Auto mit durchschnittlichem Verbrauch und durchschnittlicher Kilometerleistung voll zu betanken.
Diesem Recht auf Nahrung widerspricht die Tatsache, dass auch bei uns immer mehr Essen im Tank landet. Die Lebensmittelreserven sind weltweit auf einem historischen Tiefstand, die Getreidelager der EU erschöpft. „Alles wird teurer“ – wie viel Wahrheit dieser oft dahingesagte Spruch enthält, bekommen wir mittlerweile bei jedem Broteinkauf zu spüren. Die Getreidepreise haben sich in den letzten 20 Monaten verdoppelt. Und sie steigen immer weiter.
Für die meisten unter uns ist diese Entwicklung eine unerwünschte Erscheinung, für arme Menschen bei uns in Österreich oder gar für Menschen in ärmeren Ländern ist das eine Katastrophe. Sie müssen einen Großteil ihres Einkommens für Grundnahrungsmittel wie Maisgrieß und Getreidemehl ausgeben.
Es ist wirklich absurd, Weltweit gehen die Getreidevorräte zurück und z.B. in Deutschland fördert die Politik durch unsinnige Gesetze, dass immer mehr Getreide zu Kraftstoff für mobile Monster-Spritfresser verarbeitet wird. Die Autoindustrie hofft, sich mit Agro-Sprit ein grünes ökologisches Mäntelchen umwerfen zu können. Der Deutsche Umweltminister Sigmar Gabriel ist darauf reingefallen. Auf jeden Fall haben die Agro-Lobbies gute Arbeit geleistet.
In Deutschland wurden erst vor kurzem drei Ethanolfabriken gebaut, wo jährlich 1,5 Millionen Tonnen Getreide verarbeitet werden können. Absurd: Mit diesem Getreide könnten jährlich 4,5 Millionen Menschen ernährt, jedoch gerade einmal ein Prozent des deutschen Autospritbedarfs gedeckt werden. Sinnlos im Sinne des Klimaschutzes dazu, denn die Erzeugung von Agro-Kraftstoffen aus Mais, Raps und Weizen ist klimaschädlicher als angenommen. Außerdem wird, speziell in Nord- und Südamerika Getreide, Soja, Mais, etc. mit Gentechnik angebaut, was nocheinmal die Gefährlichkeit der Agro-Sprit Idee zeigt.
Weltweit treibt die steigende Nachfrage nach Agrarrohstoffen für Sprit immer schlimmere Blüten. Mehr und mehr Mais, Soja, Zuckerrohr und Palmöl werden nur noch zur Umwandlung in Biosprit angebaut. 20 Prozent der US-amerikanischen Maisernte wandern bereits in Ethanolanlagen. In Südamerika ist für die “kleinen” Leute ihr Armen- und Traditionsgericht, die Mais-Tortilla, unleistbar geworden, da der Mais für Ethanol für das reiche Nord-Amerika gebraucht wird. In Brasilien wird der Amazonas-Urwald durch Soja- und Zuckerrohranbau immer weiter dezimiert. Und in Indonesien wird Regenwald für Palmölplantagen abgeholzt.
Kleines Detail am Rande: Mit einem Hektar Raps kann ein Auto 90.000 Kilometer fahren, wenn man Fotovoltaik-Anlagen auf einem solchen Hektar – bauen würde, könnte ein Elektroauto 7 Millionen Kilometer damit zurücklegen.
