Meine Punkte gegen Gentechnik
(Veröffentlicht in 2 Schülerzeitungen)
Heute werden schon in 21 Ländern Genveränderte Pflanzen angebaut. Die USA, Argentinien, Brasilien, Kanada und China sind die größten davon und nutzen vor allem Mais, Soja, Baumwolle und Raps. Der Großteil der weltweiten Ernte wird als Tierfutter verwendet. Stark im steigen ist die gentechnische Mais-Produktion für “Agrarsprit” als Psoido-Lösung gegen den Klimawandel. Momentan werden jährlich rund 8 Milliarden US-Dollars mit dem Saatgut manipulierter Pflanzen verdient. Am meisten mit Pflanzen, die gegen chemische Herbizide und Insektenfraß widerstandsfähig gemacht werden (Herbizidresistente Pflanzen). Damit soll „Der Herbizidverbrauch gesengt werden“. Seit dem Fall des EU-Moratoriums für die Zulassung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) im Jahr 2004 werden laufend GVO zum Anbau, Import oder zur Verarbeitung zugelassen.
1997 Hat es in Österreich das Anti-Gentechnik Volksbegehren gegeben, Es erzielte 1,2 Millionen Unterschriften (war 2.Erfolgreichstes Volksbegehren).
Für die österreichische Landwirtschaft speziell, die sehr kleinteilig / flächig ist, wäre Gentechnisch veränderter Landbau fatal. Es würde bedeuten, dass zum Schutz der gentechnikfrei wirtschaftenden Betriebe (insbesondere Biobetriebe) umfassende Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssten (z.B. Sicherheitsabstände, Pollenbarrieren, getrennte Produktions- und Warenströme etc.).
• Genmais macht in den USA und Argentinien bereits rund 62% des gesamten Maisanbaus aus.
• Vor allem jene Pflanzen werden entwickelt, die widerstandsfähig sind, gegen das von „Monsanto“ entwickelte Pflanzengift (Glyphosat). Das ist das am meisten verkaufte Herbizid der Welt.
• Es vernichtet alles, was auf dem Acker wächst bis auf die Pflanzen, die resistent gegen das Gift sind. Die Gen-resistenten Pflanzen wiederum stammen ebenfalls wieder von „Monsanto“.
• Wenn ein Bauer einen Teil der Vorjahresernte wieder aussäht um sich den Kauf von neuem Saatgut zu ersparen, muss er sehr hohe Nachbaugebühren bezahlen. (Oder die Pflanze pflanzt sich gar nicht von selbst weiter).
Wer also einmal mit Gentechnik pflanzt, kommt da nicht mehr heraus. Die
Bauern werden abhängig.
• Heute hungern weltweit über 815 Millionen Menschen. Hunger ist aber keine Frage der Produktion, sondern vor allem auch eine Frage der Verteilung. Gentechnisch veränderte Pflanzen der Agrarindustrie schaffen keine Gerechtigkeit, sondern sind Teil des Problems. Eine hoch industrialisierte Landwirtschaft, in der Konzerne das Monopol auf Saatgut und Spritz- und Düngemittel halten, hilft nicht den Armen, sondern vergrößert ihre Abhängigkeit. Die Kontrolle über unsere Nahrungsmittel gelangt so in die Hände einiger weniger multinationaler Agrarkonzerne wie Monsanto, Bayer/Aventis, Syngenta und DuPont.
• Mit nachhaltiger Landwirtschaft können Bauern in Afrika, Asien und Lateinamerika häufig ihre Erträge beträchtlich steigern. Wichtiger jedoch ist, dass die Bauern ihren Anbau selbst kontrollieren und dass nicht einige große Konzerne den Bauern ihre Produktion diktieren.
Beispiel Argentinien: In Argentinien werden 99% der Soja-Anbauflächen mit Gen-Soja von „Monsanto“ bestellt. Als einmal die argentinischen Bauern damit Schluss machen wollten und wieder zurück wollten zu traditionellen Anbaumethoden, drohte Monsanto, samt Soja und Herbiziden das Land zu verlassen. Das jedoch wäre das Aus für die überlebenswichtige argentinische Soja-Produktion gewesen und die Bauern wären in tiefste Armut und Hunger gestürzt.
• Fast alles, was in Südamerika angebaut wird, dient als Futtermittel für die europäische Landwirtschaft.
• In Brasilien wird 1/3 des Landwirtschaftlich erzeugten Gen-Sojas nach Europa exportiert, während 1/3 der BrasilianerInnen an Hunger leiden.
• In den USA ist der Herbizidverbrauch am Anfang tatsächlich wie versprochen gesunken, aber der Herbizidverbrauch steigt wieder rasant an und liegt mittlerweile in vielen Gebieten weit über dem früheren Verbrauch. Denn mit was man nicht gerechnet hatte: Die Unkräuter wurden teils ebenfalls resistent gegen die Herbizide. Es entstanden so genannte „Superunkräuter“.
• „Super weed“ (Für Golfplätze): Das Gras verbreitet sich sehr schnell durch Pollenflug, das weis jeder Allergiker. Hat sich so schnell ausgebreitet, und hat schon Anzeichen von Mutationen gezeigt.
Beispiel Mexico: Dort hatte im Herbst 2003 eine Studie mexikanischer Kleinbauern- und Nichtregierungsorganisationen den Beweis erbracht, dass selbst in abgelegenen Regionen der traditionelle Mais bis zu einem Drittel gentechnisch verunreinigt ist. Untersucht wurden insgesamt 2.000 Pflanzenproben aus 138 kleinbäuerlichen Gemeinden in zehn Bundesstaaten, nachgewiesen wurde eine Kontaminationsrate von durchschnittlich 24 Prozent. Die Auswirkungen sind noch nicht abzusehen. Mexiko besitzt mit 56 verschiedenen Maissorten und 16.000 Varietäten die größte Vielfalt an Maispflanzen weltweit
• AlergikerInnen können ungeahnte Probleme mit Gen-Food bekommen
• Andere Beispiele was mit Gentechnik in unserer Nahrung gemeint ist: Erdbeeren bekamen Fisch-Gene, um sie kältefest zu machen. Salat erhielt ein Ratten-Gen zur Erhöhung des Vitamin-C-Gehalts.
