Interview “Klagenfurt braucht Nachtbusse”
(Veröffentlichtes Interview mit dem “Grünen Blatt”)
Die Grünen Klagenfurt fordern Nachtbusse an Wochenenden bis 2.00 Uhr! Das Grüne Blatt spricht mit Julian Schmid über die Forderung.
Frage: Wie ist es zu der Nachtbus-Idee gekommen?
Julian Schmid: Naja, das war nicht schwer. Man muss nur am Wochenende mit FreundInnen in die Stadt gehen. Spätestens wenn plötzlich um 23.20 Uhr der/die Erste aufspringt und zum Bus hastet, fällt einem die totale Ignoranz der Stadtwerke-Chefs auf. Die fahren sicher nicht mit dem Bus, denn mit lebensnaher, öffentlicher Verkehrspolitik hat das nichts zu tun. 1997 hat es schon einen ähnlichen Versuch gegeben. Der ist aber aufgrund mangelnden Interesses der StadtpolitikerInnen gescheitert.
Frage: Und warum nicht die bisherigen Nachttaxis?
Schmid: Niemand mit den Zielen soziale Gerechtigkeit, Umverteilung und Solidarität wird Nachttaxis befürworten. Nachtbusse sind nämlich auch eine soziale Frage. Die meisten Jugendlichen können sich einfach kein überteuertes Nachttaxi leisten. Von der Stadt nach Viktring oder Welzenegg kostet so eine Taxifahrt z.B. bis zu 16€. Das kann sich nun wirklich nur ein Kind aus wohlhabendem Elternhaus leisten. Warum die, die nicht so viel haben, deshalb stundenlange Nachtwanderungen machen sollen, sehe ich nicht ein! Und auch ökologisch schneiden Taxis gegen Öffis schlecht ab!
Frage: Weshalb fällt dieser Missstand der Stadtregierung nicht auf?
Schmid: Weil die eher mit Sesselkleben beschäftigt sind… (lacht). Außerdem hat Bürgermeister Scheucher eh einen BMW mit Chauffeur. Den interessiert das nicht. Ökologie und soziale Gerechtigkeit sind Gegensätze zur ÖVP/SPÖ/BZ-FP-Ö Stadtregierung. Es zeigt sich immer mehr, dass eine starke öko-soziale Grüne Bewegung für die Zukunft essentiell ist.
Frage: Wie sind Nachtbusse finanzierbar?
Schmid: In einer Stadt, in der hunderte Millionen für irre Großprojekte, wie EKZ, Ostbucht-Zubetonierung, Stadion, usw… beim Fenster rausgeschmissen werden, wird es am Geld sicher nicht scheitern. Die grünen Nachtbusse würden auch sicher ausgelastet sein, da sie nur stündlich fahren. Wenn man also normale Tarife verlangt, ist die Finanzierung geregelt. Grundsätzlich muss aber das Ziel sein, dass öffentlicher Verkehr gratis ist. In St. Pölten und Graz gibt es übrigens auch Nachtbusse und die laufen alle hervorragend.
Frage: Wie wollt ihr die Busse durchsetzen?
Schmid: Für’s erste hoffe ich darauf, dass wir über 1000 Unterschriften zusammen bekommen. Durch so viele Unterstützer Innen wie möglich wollen wir auch den müdesten StadtpolitikerInnen klar machen, wie wichtig Nachtbusse für Klagenfurt sind, die an Wochenenden stündlich bis 2.00 Uhr verkehren.
