Auch Österreichs Atommüll ist in Gorleben!

atomkraftgruene_themenplakat_atomDer Streit um die Atomkraft ist momentan zum Glück wieder voll entbrannt, da in Deutschland hunderttausende BürgerInnen gegen die Rücknahme des von Rot-Grün geplanten Atomausstieges der Regierung Westerwelle-Merkel protestieren. Die Demos gegen den Castortransport zeigen auch wieder auf, dass es noch immer keine Lösung für eine sichere Endlagerstätte des tödlichen Atommülls gibt - und außerdem NIE geben wird.

Aber was heißt das für uns in Österreich? Dadurch, dass in Österreich die Inbetriebnahme des Atomkraftwerkes Zwentendorf 1978 durch eine hauchdünne Mehrheit von 50,47 % in der Volksabstimmung verhindert wurde, setzte sich die Meinung fest, dass Österreich eine Insel der Seeligen sei - ein Land, das mit Atomkraft nichts zu tun hat. Zum einen Teil ist das richtig, weil Österreich selbst keinen Atomstrom erzeugt, auch weil es in Österreich mittlerweile satte Mehrheiten unter der Bevölkerung dagegen gibt. Zum anderen aber importiert Österreich permanent Atomstrom im großen Stil. Österreich importiert heute mehr Atomstrom als Zwentendorf je produzieren hätte können. Nach Berechnungen der Regulierungsbehörde Energie-Control GmbH sind mindestens 8 bis 12 Prozent Atomstrom im österreichischen Stromnetz. Je nach Versorger sind es bis zu 30%! (Hier ein Artikel darüber aus dem Standard vom September) Ca. 25% des niederösterreichischen Stroms sind Atomstrom-Importe aus dem Ausland und mindestens 14% des Kärntner Stroms ist ebenfalls importierte Nuklear-Energie!

Weiters zahlt Österreich momentan jährlich über 40 Millionen Euro an die europäische Atomindustrie im Rahmen der “Europäischen Atomgemeinschaft - Euratom”. Seit dem EU Beitritt sind also fast eine halbe Milliarde Euro (!) Richtung Euratom geflossen, obwohl ein Ausstieg möglich wäre. Hier mehr Infos darüber von der Initiative “Raus aus EURATOM”

Weiters ist die “atomkritische Politik” der Regierung meist an den Grenzen Österreichs zu Ende. Die ÖVP ist auf EU-Ebene meist auf der anderen Seite. Bezeichnend ist es, dass Ex-Kanzler Wolfgang Schüssel jetzt auf einem Aufsichtsratsposten im Deutschen Atomkonzern RWE sitzt - für eine dicke Gage zwischen 140.000 und 210.000 €.

Zusammenfassend: Strahlung kennt keine Grenzen und rund um Österreich sind viele Atomkraftwerke - und noch weitere geplant. Auch kann sich Österreich nicht bequem zurücklehnen, da hier ebenso Atomstrom importiert wird und mit EURATOM auch noch die Atomlobby finanziert wird. Die Deutschen Proteste sind also auch die Proteste gegen “unseren” Atommüll. Also raus aus der Atomkraft in Österreich und ganz Europa!

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