Schmied hat ausgeschissen: Echte Bildungsreformen liegen jetzt leider auf Eis.
Ich muss zugeben, ich war anfangs ein “Fan” von Unterrichtsministerin Claudia Schmied, nicht etwa wegen der Namensähnlichkeit, sondern weil ich mir von ihr die Zähigkeit, Ausdauer, das Rückgrat und die Verhandlungs-kompetenz versprochen habe, die man für echte Bildungs-Reformen in Österreich braucht. Auch nach einem längeren persönlichen Gespräch mit ihr habe ich mir viel versprochen. Sie hat mich auch lange nicht vergrault. Die Klassenschülerhöchstzahl wurde - wenigstens teilweise, da und dort - auf 25 gesenkt, und für mich ein sehr wichtiger Punkt: Sie begann gegen alle Wiederstände die Gemeinsame Schule durchzusetzen. Nach 12 Jahren Overkill-Elisabeth Gehrer war all das eine Wohltat. Ich rechne Schmied das hoch an. Angst macht mir nur die momentane “Schul”-Diskussion: Zuerst die 2 Stunden mehr für Lehrkräfte und dann die geplante Streichung der Schulautonomen Tage. Schmied weiß genau welche Fronten die da aktiviert mit ihrer Polarisierung. Einerseits die Lehrergewerkschaft, und andererseits die meisten Schülerinnen und Schüler. Ich weiß das von vielen Leuten: Schmied hat da ausgeschissen und sich diejenigen zu Feinden gemacht, die sie wahrscheinlich am notwendigsten für echte Schulreformen benötigt hätte: Die Leute die mit dem Schulbetrieb zu tun haben, bzw. Leute die sich auskennen. Mit ihrem pauschalen “2 Stunden mehr (Zwischen den Zeilen: Lohnsenkung, bei einer Klasse mehr)” wurden genau die guten, engagierten LehrerInnen am meisten vor den Kopf gestoßen, die für Reformen Richtung Gemeinsame Schule am ehesten zu haben gewesen wären. Das Sie dabei die SchülerInnen schlicht vergisst, wird ihr im Stress der Verhandlungen passiert sein, tolles Zeichen für Schmied ist das allerdings nicht. Das verstärkt das Gefühl bei vielen Betroffenen, dass das Ministerium über “sie drüberfahrt” und nicht zuhören kann, so wie das Gehrer gemacht hat. Schmied hat damit viel ihrer eigenen Aufbau-Arbeit zerstört und ich finde das traurig. Sie hätte die geballte Kraft der Lehrergewerkschaft, der SchülerInnen und der Öffentlichkeit dazu verwenden müssen um gegen die zu gehen, die Wirklich schuld sind - und das ist die Gürtel-Engerschnall-Partei ÖVP und dem geizigen Finanzminister Pröll, der lieber für Reiche Steuern senkt, als 4000 fertigen JunglehrerInnen einen (Schlecht-bezahlten) Job zu geben. Schmied hätte mehr Geld verlangen müssen, aber aufgrund Faymanns “immer lächeln, wir streiten nicht” Doktrin hat sie nicht auf Pröll, sondern auf die LehrerInnen und SchülerInnen gehen müssen.

29. April, 2009 um 13:25
naja das Problem an der derzeitigen “Neuen Mittelschule” ist, das dies ein reiner Markenschwindel ist :| die Schulen benennen sich einfach um, an der Unterrichtsqualität ändert sich nur kaum etwas, und den AHS geht das Geld ab, das in die “neue Mittelschule” fließt.
Nun ja das was in den letzten Monaten abging, als Reform zu bezeichnen wäre ja blanker Sarkasmus. Bin schwer enttäuscht von ihr.
27. Mai, 2009 um 20:24
Nun ich denke nicht, dass diese gemeinsame Mittelschule, ein Konzept mit Zukunft ist. Das Niveau von AHS und Hauptschule ist zu verschieden, da ich selbst eine AHS besuchte bzw. die Zustände in einer nahegelegenen Hauptschule kenne: in dieser Hauptschule in Klagenfurt kam es permanent zu Polizeieinsätzen aufgrund von Drogen und Schlägereien und anderen Gewalt-Delikten und mit derartigen Bevölkerungsschichten möchte ich meinen Nachwuchs auf keinen Fall in Berührung bringen so wie dies bei der Zusammenlegung von Hauptschule und AHS der Fall wäre!!!