Islam im Unterricht: Endlich wird diskutiert!
In den letzten Tagen ist eine sehr wichtige Diskussion in Österreich aufgeflammt, die für mich wenigstens teilweise endlich da angelangt ist, wo ich die öffentliche Integrations-Debatte haben will, bei einer ehrlichen Diskussion um Integration, ohne Hass und Scheuklappen. Auch wenn leider wieder ein paar übliche Anschmutzungen dabei waren. Das Ganze begann mit einer Studie, wonach ein Viertel der islamischen Religionslehrer die Demokratie ablehen und was auch schlimm ist: Über 40% davon finden, dass man “nicht Muslim und Europäer gemeinsam sein kann”. Islamlehrer mit dieser reaktionären Einstellung sind der TOD für eine erfolgreiche Integration von jungen MigrantInnen. Wenn diese Werte in der Schule vermittelt werden, braucht man sich über Probleme nicht wundern!
Deshalb finde ich die verpflichtende Uni-Ausbildung für Islamische Religionslehrer gut, denn in den 80er und 90er Jahren wurden teilweise vollkommen unausgebildete Religionslehrer zugelassen, da ein Mangel bestand. Auch die Kontrolle der unterrichteten Inhalte und Lehrpläne finde ich wichtig. Auch das Bekenntnis zu den Menschenrechten ist essentiell, damit fundamentalistische IslamlehrerInnen im Bildungssystem nichts mehr zu suchen haben. Bildung ist für Integration zu wichtig, als dass sie der konservativen “Islamischen Glaubensgemeinschaft” überlassen werden kann.
Aber ein Punkt ist für mich zu wenig ausgesprochen worden: Warum nicht auch katholische ReligionslehrerInnen dem selben Prozedere unterziehen? Auch da gibt FundamentalistInnen. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Nur weil das alte “Konkordat” aus den 1920er Jahren der Kirche Alleinentscheidungsmacht über LehrerInnen, Lehrplan usw. gibt? Warum nicht überhaupt den Religionsunterricht vom Einfluss bestimmter Organisationen befreien? Ich finde da ist Reformbedarf. Unterricht ist kein ideologischer Postenbesetzungsplatz.

3. Februar, 2009 um 10:42
du bist ein ehrlicher Typ, das finde ich super!!
Zu zeigst mir irgendwie, dass man grüne linkspolitik machen kann und trotzdem der realität ins aug sieht!
viel glück bei der kärntner wahl